Immobilienboom in Frankfurt

Immobilienboom in Frankfurt

Die durchschnittlichen Preise für Häuser und Wohnungen sind in der Bankenstadt erstmals seit 2012 gesunken. Die Flächen neuer Wohnungen schrumpften um gut 30 Prozent.


Erstmals seit 2012 endet der stetige Anstieg der durchschnittlichen Preise für Wohnimmobilien in Frankfurt am Main. Das ergibt der aktuelle Marktbericht für die Bankenstadt. Doch können die von steigenden Mieten und hohen Kaufpreisen geplagten Arbeitnehmer und Verbraucher jetzt aufatmen?

Die Nachfrage nach Wohnimmobilien wird weiter bestehen und sogar steigen. Der Neubau kann den Bedarf derzeit nicht decken, zudem sind die Zinsen niedrig und die Frankfurter Preise verglichen mit europäischen Metropolen immer noch moderat.

Der Durchschnittspreis sank für Ein- und Zweifamilienhäuser im Jahr 2018 um 6,7 Prozent auf rund 529.400 Euro. Der Preis für Eigentumswohnungen ging um 1,9 Prozent auf 401.500 Euro leicht zurück. Die niedrigeren Preise rühren auch daher, dass mehr am Stadtrand gekauft wurde, wo Immobilien billiger sind als in den Top-Lagen der Innenstadt. Für den Marktbericht wurden die Zahlen des Gutachterausschusses für Immobilienwerte analysiert. Lokale Gutachterausschüsse sollen laut Gesetz Transparenz in den undurchsichtigen Immobilienmarkt bringen.

Von den sinkenden Durchschnittspreisen haben Haus- und Wohnungskäufer allerdings wenig. Denn die Preise je Quadratmeter steigen, weil immer kleinere Wohnungen verkauft werden. Neu gebaute Eigentumswohnungen in Frankfurt kosteten 2018 im Schnitt 6.000 Euro je Quadratmeter, 13,9 Prozent mehr als im Vorjahr. Im Jahr 2012 waren Neubauwohnungen im Schnitt noch 106 Quadratmeter groß, 2018 nur noch 72 Quadratmeter. Die Wohnflächen sind also um 32 Prozent geschrumpft.

Die Schrumpfkur dürfte auch an der expansiven Geldpolitik liegen. Vor allem in den Hochhäusern werden immer kleinere Wohnungen verkauft, weil die niedrigen Zinsen Eigentumswohnungen als Kapitalanlage attraktiver erscheinen lassen. „Im Moment baut man vor allem für das Investment“, sagt Immobilienexperte Ritter (von Poll Immobilien). „Wenn die Zinsen irgendwann steigen, werden wir auch wieder größere Wohnungen sehen“, erwartet der Makler.

Mit 88,5 Prozent handelt es sich beim Großteil der in Frankfurt verkauften Wohnimmobilien um Eigentumswohnungen. Insgesamt wurden 3.587 Eigentumswohnungen verkauft – elf Prozent weniger als 2017. Die Zahl der Hausverkäufe sank um 11,9 Prozent auf 466 Transaktionen.

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